Interview: Beste Arbeitgeber Frauen 2025
In unserem Interview mit dem Caritasverband Olpe sprechen wir über gelebte Gleichstellung, flexible Arbeitsmodelle und die gezielte Förderung von Frauen im Berufsleben. Erfahren Sie, was den Verband zu einem ausgezeichneten Arbeitgeber für Frauen macht – und wie eine werteorientierte Unternehmenskultur echte Entwicklungsmöglichkeiten schafft.
Caritasverband für den Kreis Olpe e.V.
Julie Hausotte, Leitung Personalentwicklung und Personalmarketing & Karina Reimann, Mitarbeiterin Personalentwicklung und – Marketing
1. Warum ist Ihr Unternehmen ein ausgezeichneter Arbeitgeber für Frauen?
- Über 85 % Frauenanteil
Im Caritasverband Olpe sind mehr als 85 % der Mitarbeitenden weiblich – ein klares Zeichen für eine vertrauensvolle und inklusive Arbeitsumwelt, in der Frauen Verantwortung übernehmen und sich langfristig engagieren.
- Zertifiziert familienfreundlich
Der Verband ist mehrfach als „Familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet und erhielt 2023 sogar eine unbefristete Rezertifizierung. Damit demonstriert er nachhaltiges Engagement für Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Flexible Arbeitsmodelle
Gleitzeit und mobiles Arbeiten sind feste Bestandteile der Unternehmenskultur. Mütterschichten und individuell abgestimmte Dienstpläne, auch in anspruchsvollen Bereichen wie Pflege, werden ermöglicht.
- Teilzeitmodelle und lebensphasenbewusste Angebote
Unterschiedliche Teilzeitmodelle und lebensphasenorientierte Strukturen erlauben, Arbeitszeiten und -umfang an individuelle Lebenssituationen anzupassen. 75 % der Mitarbeitenden im Verband hat eine Teilzeitbeschäftigung, um so flexibel die beruflichen und familiären Verpflichtungen überein zu bringen. Bereits in den Einstellungsgesprächen gibt einen Part, der abfragt, welche familiären Verpflichtungen (Kinder, zu pflegende Angehörige etc.) es gibt und ob Arbeitszeiten entsprechen anzupassen sind.
- Unterstützung im familiären Umfeld
Der Verband bietet umfangreiche Services zur familiären Entlastung auch für Mitarbeitende:
- Erziehungs‑ und Pflegeberatung durch erfahrene Fachkräfte
- Angebote falls pflegebedürftige Angehörige betreut werden müssen
- Vernetzung mit Familienzentren, Kinderbetreuung und ähnlichen Services im Kreis Olpe
2. Welche konkreten Programme hat Ihr Unternehmen umgesetzt, um die Aufstiegschancen von Frauen in Führungspositionen zu stärken?
Der Caritasverband Olpe setzt auf mehrere strukturierte Programme zur Entwicklung von Führungskompetenz – offen für alle, mit dem klaren Ziel, insbesondere Frauen den Weg in Leitungsfunktionen zu erleichtern:
- Führungskräftenachwuchspool: Einjährige Qualifizierung für Mitarbeitende mit Führungspotenzial – erste Vorbereitung auf Führungsverantwortung. Aktuell nehmen 12 Kolleginnen und Kollegen an diesem Programm teil. Davon sind zwei Mitarbeitende männlich und zehn Mitarbeitende weiblich.
- High-Potentials-Programm (HPP): Zwei Jahre intensive Entwicklung für Mitarbeitende mit Zielrichtung obere Führungsebene – inklusive Assessment und individuellem Entwicklungsplan. An diesem aktuell stattfinden Programm nehmen vier Frauen und zwei Männer teil.
- „In Führung gehen 2.0“: Verbandsübergreifendes Entwicklungsprogramm mit Führungstrainings, Mentoring und Peer-Formaten über 18 Monate. Bei diesem Entwicklungsprogramm besteht der aktuelle Teilnehmendenkreis aus 50 % Frauen und 50 % Männern.
Alle Programme bieten Chancengleichheit, setzen auf transparente Auswahlverfahren und fördern gezielt die Karriereentwicklung von Frauen, oft in Kombination mit familienfreundlichen Strukturen.
Der Verband fördert zudem bewusst Teilzeitführung, um Aufstiegsperspektiven auch bei reduzierter Arbeitszeit zu ermöglichen (vgl. Stellenanzeigen)
3. Wie gestaltet Ihr Unternehmen den Wiedereinstieg von Frauen nach der Elternzeit?
Mittels unseres Konzeptes „Stay in touch“ bleiben wir mit Frauen in der Elternzeit im Kontakt. Diese werden zu Teammeetings, gemeinsamen Veranstaltungen etc. eingeladen und können so auch während ihrer Elternzeit im Kontakt mit ihrem Team bleiben sowie aktuelle Themen und Veränderungen miterleben. Während der Elternzeit gibt es die Möglichkeit auf Minijobbasis tätig zu sein. Sowohl das Konzept als auch die Möglichkeit der Beschäftigung während der Elternzeit erleichtern Frauen den Wiedereinstieg. Nach der Rückkehr kann der Beschäftigungsumfang flexibel an die Bedürfnisse und eine gute Work-Life-Balance angepasst werden. Hier bietet das regelmäßige Mitarbeitendengespräch die Möglichkeit immer wieder die aktuelle Familiensituation zu beleuchten und bei Bedarf den Beschäftigungsumfang anzupassen.
4. Wie geht Ihr Unternehmen mit unbewussten Vorurteilen (Unconscious Bias) im Recruiting und bei Beförderungen um?
- Standardisierte Assessments
- Bewerbungsgespräche
- MAV-Zustimmung
- Schwerbehindertenbeauftragte
- Einstellungsprotokoll (Abfrage nach Einschränkungen).
5. Welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen zur Förderung der Frauengesundheit etabliert?
Der Caritasverband Olpe verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Frauengesundheit: Betriebliches Gesundheitsmanagement mit Bonusprogramm, aktiv besetzte Gesundheitszirkel (Das Team besteht aus zwei Frauen und zwei Männern.) zielgerichtete Informationsangebote (z. B. Wechseljahre), sowie spezielle Entlastungs- und Präventionsformen für Frauen in belasteten Lebenslagen – insbesondere pflegende, berufstätige Frauen. So werden Gesundheitsförderung und frauenspezifische Bedürfnisse gleichberechtigt und verbindlich verankert.
Zudem haben alle Mitarbeitenden kurzen Zugriff auf die Angebote von IN VIA-Kurse zur Gesundheitsprävention: Yoga, Qi Gong, Pilates, Entspannungskurse. Diese sind sehr frauenorientiert.
Die Caritas-interne Kurberatungsstelle unterstützt Frauen bei Mutter-Kind-Kuren oder Kuraufenthalten zur Gesundheitsprävention, mit individueller Beratung, Antragshilfe und finanzieller Unterstützung oder auch pflegende Angehörige.
In diesem Jahr hat das erste Mal in unserer Nachbarstadt ein Female Health Festival stattgefunden. Für dieses Festival haben wir zehn Karten an interessierte Kolleginnen verlost.
Wir vermarkten aktiv das Krisentelefon der BGW, welches von unseren Mitarbeitenden genutzt wird. Unabhängig davon wodurch sich eine Mitarbeiterin psychisch unter Druck gesetzt fühlt (z.B. Vereinbarkeit Familie und Beruf oder belastende Erlebnisse im Berufsleben etc.) unterstützt das Krisentelefon durch individuelle Beratung.
