Drei HR-Trends 2025: Female Shift, Gesundheit & E-Learning in der Personalarbeit der Zukunft

Eindrücke vom Culture Connect Summit von Great Place To Work® Deutschland am 30. September 2025 in Bonn

Autor

Mehr über die Autoren erfahren!

Dr. Karsten Schulte-Deußen

Newsletter abonnieren

Welche Themen bewegen die Zukunft der Arbeit? Beim Podiumsgespräch des Culture Connect Summit 2025 in den Design Offices Bonn zeichnete sich ein klares Bild ab: Die Personalarbeit der Zukunft muss diverser, gesünder und digitaler werden. Drei Trends standen dabei im Mittelpunkt: Female Shift, niedrigschwellige Gesundheitsangebote und E-Learning.

1. Female Shift: Gleichstellung als Erfolgsfaktor

Miriam Fischbach, Senior Culture Audit Managerin bei Great Place To Work®, brachte es auf den Punkt:
Ihre Vision lautet „50 Prozent Frauen in allen Führungspositionen, auch im Top Management“.

Doch der Weg dorthin erfordert gezielte Veränderungen. Drei Handlungsfelder sind zentral:

  • Diversity als Stärke anerkennen: Studien zeigen, dass Unternehmen mit hoher Gender Diversity und vielfältigen Führungsteams messbar erfolgreicher sind.
  • Gezielte Förderung statt Notlösung: Frauen sollten nicht nur in schwierigen Situationen oder „wenn kein Mann will“ Führungsverantwortung übernehmen.
  • Lebensphasen-orientierte Personalarbeit: HR muss Kinderwunsch, Elternschaft oder Menopause bewusst mitdenken und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen.

Das Female Shift steht somit für mehr als Gleichstellung. Es beschreibt eine neue Normalität in der Arbeitswelt, in der weibliche Führung und Gender Diversity als gleichwertige Erfolgsfaktoren verstanden werden.

2. Gesundheit als Wettbewerbsfaktor: Niedrigschwellige Angebote für alle

Gesunde Mitarbeitende sind das Rückgrat jedes Unternehmens – gerade im Fachkräftemangel.
Darauf verwiesen Anke Müller-Peters (smartmed Solutions) und Frank Hückelheim (egym wellpass) beim Culture Connect Summit.

Zukunftsorientierte HR-Arbeit bedeutet, betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention fest in den Arbeitsalltag zu integrieren. Eine starke Mitarbeitergesundheit steigert nicht nur Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, sondern wird zum klaren Wettbewerbsfaktor.

  • Screenings, Check-ups oder Impfungen direkt am Arbeitsplatz.
  • Betriebsärzte als Ergänzung zu Hausärzten – für schnelle, unkomplizierte Hilfe.
  • Motivation zu mehr Self Care durch präventive Programme.

So wird aus betrieblicher Gesundheitsförderung kein „Nice-to-have“, sondern ein strategisches Instrument zur Stärkung der Mitarbeitergesundheit, zur Mitarbeiterbindung und zur Positionierung als attraktiver Arbeitgeber.

3. E-Learning im Unternehmen: Vom Wissens-Transfer zum Skill-Building

„Der E-Learning-Markt hat sich seit 2014 verdoppelt“, berichtete Ole Jacobsen von proud@work. Und er wächst nicht nur, er verändert sich grundlegend.

Heute geht es beim E-Learning im Unternehmen weniger um reine Wissensvermittlung, sondern zunehmend um digitales Lernen, das praxisnahes Training, Übung und Alltagsnähe ermöglicht.
Wichtige Trends sind:

  • Individualisierung & Modularität: Lernangebote passen sich flexibel an unterschiedliche Lebens- und Arbeitswelten an – ein Schlüsselfaktor für effektives digitales Lernen.
  • Über den Job hinausdenken: E-Learning-Angebote qualifizieren auch für private Lebenskompetenzen, etwa im Umgang mit Finanzen.
  • Mündigkeit fördern: Lernen wird zum Werkzeug, das Mitarbeitende beruflich wie persönlich stärkt und nachhaltige Kompetenzen aufbaut.

Damit wird HR zum Treiber einer Lernkultur, die den Mitarbeitenden ganzheitlich betrachtet.

Fazit: Neue Normalität in HR

Ob Female Shift, Gesundheitsförderung oder E-Learning – alle drei Trends zeigen klar: Die Zukunft der Arbeit ist menschzentriert.
Unternehmen, die Lebensphasen respektieren, Gesundheit aktiv fördern und kontinuierliches Lernen ermöglichen, schaffen nicht nur bessere Arbeitsbedingungen, sondern echte Zukunftsfähigkeit.
Der Culture Connect Summit 2025 machte deutlich: HR-Arbeit wird zur Gestalterin einer Arbeitswelt, in der Menschen und Organisationen gemeinsam wachsen.

Was sind zentrale HR-Trends?

Die Zukunft der Arbeit ist menschenzentriert. HR wird zu einer Gestalterin einer Arbeitswelt, in der Menschen und Organisationen gemeinsam wachsen. Female Shift, Gesundheitsförderung und E-Learning sind wichtige Trends in diesem Kontext.

Wie lässt sich Gender Diversity verbessern?

Wichtig sind vor allem drei Elemente: Es geht zunächst darum anzuerkennen, dass Vielfalt ein Wettbewerbsvorteil ist. Zweitens braucht es Programme, Frauen gezielt in ihrer beruflichen zu fördern. Heutzutage kommen Frauen nicht selten dann zum Zuge, wenn es schwierig wird und dem entsprechend kein Mann die Führungsposition übernehmen möchte. Und schließlich ist eine Lebensphasen-orientierte Personalarbeit wichtig, die gute Rahmenbedingungen in allen Lebensphasen wie zum Beispiel Kinderwunsch, Elternschaft oder Menopause schafft.

Wie gelingt digitales Lernen in Unternehmen?

Vor allem drei Faktoren sind entscheidend: Lernangebote sind modular aufgebaut und individualisierbar, um in verschiedenen Lebens- und Arbeitskontexten zu funktionieren. Ferner reichen die Angebote über den Arbeitskonzept hinaus und qualifizieren Mitarbeitende auch bei privaten Themen, etwa im Umgang mit Finanzen. Schließlich muss digitales Lernen die Mündigkeit der Mitarbeitenden fördern. Mitarbeitende sollen sich ermutigt fühlen, in Eigenregie ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Lesen Sie auch:

Die neuesten Nachrichten, Technologien und Ressourcen von unserem Team.