Familie und Beruf – ein Balanceakt mit Zukunft

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Julia Maskiera

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Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist zwar längst keine neue Thematik mehr, mit der sich die Arbeitswelt beschäftigt. Dennoch gehört sie weiterhin zu einer der größten Herausforderungen im Alltag von vielen Beschäftigten. Berufliche Anforderungen steigen, während familiäre Verpflichtungen nicht weniger werden. Viele Menschen stehen täglich vor der Frage: Wie schaffe ich es, mich beruflich weiterzuentwickeln und gleichzeitig für meine Familie da zu sein? Unternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wer Mitarbeitenden flexible und familienfreundliche Rahmenbedingungen bietet, schafft nicht nur Zufriedenheit, sondern auch langfristige Bindung, Leistungsfähigkeit und Motivation.

Arbeitsplatzkultur im Wandel: Fokus auf Familie und Verantwortung

In einer aktuellen Befragung von Great Place To Work® haben 36% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden angegeben, dass in ihrem Haushalt Kinder und bzw. oder Jugendliche wohnen. Zusätzlich betreuen bzw. pflegen 11% ihre pflegebedürftigen Familienangehörigen, was u.a. auch die finanzielle Verantwortung wie beispielsweise die Pflegekosten mit sich trägt. Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass Arbeitgeber für diese Mitarbeitergruppen familienfreundliche Strukturen bieten. Ein familienfreundlicher Arbeitgeber trägt somit maßgeblich dazu bei, Stress zu reduzieren, die Work-Life-Balance zu fördern und auch Eltern in deren Karriereentwicklung zu unterstützen.

Das machen sehr gute Arbeitgeber

Zentrale Erfolgsfaktoren, die Arbeitgeber bieten sollten, damit Mitarbeitende sowohl beruflichen als auch familiären Anforderungen gerecht werden können, sind dabei:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle (Gleitzeit, Teilzeit, Homeoffice)
  • Unterstützung bei Betreuung (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen)
  • Ergänzende Corporate Benefits wie Zuschüsse zu Kita-Kosten oder zusätzliche Kind-Krank-Tage
  • Eine grundsätzlich familienfreundliche Haltung (kein Nachteil bei Elternzeit, Verständnis für private Verpflichtungen, Unterstützung bei Wiedereinstieg nach Elternzeit)
  • Job-Sharing für Führungspositionen
  • Klare Kommunikation und Planung (realistische Erwartungen, Verlässlichkeit und Klarheit in der Gestaltung des Arbeitsalltags)
  • Gesundheits- und Stressmanagement (Angebote zur Entlastung und Work-Life-Balance)

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So gelingt es unseren ausgezeichneten Arbeitgebern ihren Mitarbeitenden ihre beruflichen Weiterentwicklungen und die eigenen Familienleben und dessen Verantwortlichkeiten in einem gesunden Ausgleich zu vereinigen:

  • Elternzeit auch für Väter fördern
  • Flexible Rückkehroptionen für Eltern nach Geburt eines Kindes bzw. Elternzeit
  • Übernahme von Betreuungskosten für Kita und Kindergarten
  • Elternkurse mit diversen Themen-Inhalten (z.B. Tipps für Familienalltag)
  • Zusätzliche Kind-Krank-Tage und Spielzimmer Büro für kurzfristige Kinderbetreuung
  • Lebensphasenorientierte Schicht-Dienste (z.B. bei alleinerziehenden Müttern)
  • Tandem-Führungskräfte
  • Zeitlich flexible Coachings/Fortbildungen
  • Essen aus der Kantine für die gesamte Familie mitnehmen
  • Finanzielle Unterstützung, die über das staatliche Elterngeld hinausgeht
  • Bis zu 20 Tage Trauerurlaub pro Jahr bei Verlust eines nahen Familienmitglieds, einschließlich Schwangerschaftsverlust, deren Ehepartner*in oder Lebenspartner*in
  • 3-monatige Freistellung zur Pflege von Angehörigen

Beruf und Familie im Einklang: Hybrides Arbeiten ist ein Schlüssel

Die aktuelle Studie von Great Place To Work zeigt: Mitarbeitende sind um über 60 % zufriedener mit familienfreundlichen Unterstützungsangeboten, wenn ihnen der Arbeitgeber die Möglichkeit zum hybriden Arbeiten bietet – im Vergleich zu Unternehmen ohne entsprechende Optionen.
Hybrides Arbeiten wird von Beschäftigten demnach besonders geschätzt, da es eine flexible Lösung bietet, um Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Arbeitgeber, die Homeoffice- und Hybridmodelle ermöglichen, werden deutlich häufiger als familienfreundlich wahrgenommen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen weiter, dass die Möglichkeit zum hybriden Arbeiten einen signifikanten Einfluss vor allem auf die Zufriedenheit von Frauen mit kleinen Kindern hat, während sich bei Männern in vergleichbarer Situation kein entsprechender Effekt feststellen lässt. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte die weiterhin überwiegend von Frauen übernommene Care-Arbeit sein. Hybride Arbeitsmodelle können diese Verantwortung spürbar entlasten, indem sie eine flexiblere Terminplanung sowie die spontane Betreuung von Kindern ermöglichen – Vorteile, die bei einer reinen Präsenzarbeit kaum realisierbar sind.

Laut einer aktuellen Befragung von Great Place To Work® ist über die Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland (52 %) grundsätzlich für mobiles Arbeiten geeignet. Im Durchschnitt verbringen Mitarbeitende 2,1 Tage pro Woche außerhalb des Unternehmens – meist im Home-Office.

Natürlich gibt es Branchen, in denen hybrides Arbeiten kaum oder gar nicht umsetzbar ist – etwa in Krankenhäusern oder in der Pflege. Dennoch können Arbeitgeber auch in diesen Bereichen Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden so angenehm wie möglich zu gestalten. Beispiele dafür sind:

  • Verlässliche Schichtpläne, die frühzeitig kommuniziert werden, damit Mitarbeitende ihre privaten Termine besser planen können.
  • Kurzfristige Anpassungen bei besonderen Anlässen, wie familiären Ereignissen oder Notfällen, um den Mitarbeitenden entgegenzukommen.
  • Optionen für Schichttausch oder Wunschdienste, die mehr Selbstbestimmung ermöglichen.

Flexibilität muss nicht immer Homeoffice bedeuten – sie kann auch in Form von planbarer und fairer Arbeitsorganisation gelebt werden. Künstliche Intelligenz kann zusätzlich entlasten. KI-gestützte Systeme können beispielsweise Schichtpläne automatisch optimieren, Ausfälle schneller kompensieren oder sogar administrative Aufgaben übernehmen. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche – die Arbeit am Menschen – und gleichzeitig steigt die Zufriedenheit im Team.

Wer Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit entwickeln möchte, muss die Bedürfnisse der Mitarbeitenden kennen:
Die Studie von Great Place To Work zeigt: Frauen sind bei der Bewertung des neuen Plusmoduls „Beruf und Familie“ kritischer als Männer. Beispielsweise empfinden nur 35% der Frauen die Unterstützungsangebote für Familien als attraktiv, wohingegen es bei den Männern 46% sind. Auch das könnte durch die Care-Arbeit begründet sein.

Möchten Sie erfahren, wie Ihre Mitarbeitenden die Familienfreundlichkeit Ihrer Arbeitsplatzkultur und Unternehmensstrukturen einschätzen? Dann nutzen Sie unser neues Plusmodul „Familie und Beruf“. Mit nur sechs gezielten Fragen erhalten Sie wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung Ihrer Mitarbeitenden zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf – eine entscheidende Grundlage für eine zukunftsorientierte und mitarbeiterfreundliche Unternehmenskultur. Das Modul kann zudem mit einer Mitarbeiterbefragung zur Erlangung einer möglichen Zertifizierung kombiniert werden und bietet Benchmark-Fähigkeit für den Vergleich mit anderen Organisationen.

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Fazit: Familienfreundlichkeit als strategischer Erfolgsfaktor

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist längst mehr als ein gesellschaftliches Thema – sie ist ein entscheidender Faktor für Mitarbeiterzufriedenheit, Bindung und Leistungsfähigkeit. Die Ergebnisse der aktuellen Studien zeigen deutlich: Unternehmen, die familienfreundliche Strukturen und flexible Lösungen anbieten, schaffen nicht nur Entlastung für Mitarbeitende, sondern positionieren sich auch als attraktive Arbeitgeber. Besonders die Bedürfnisse von Eltern, insbesondere Frauen mit Care-Verantwortung, erfordern gezielte Maßnahmen, um eine echte Balance zwischen Beruf und Privatleben zu ermöglichen.
Ein strukturiertes Feedbackinstrument wie die Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung unterstützt Unternehmen dabei, diesen Dialog datenbasiert zu führen. Ergänzt um das Plusmodul „Beruf & Familie“ lassen sich wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung der Mitarbeitenden zur familienfreundlichen Arbeitsstrukturen erkennen.

Im Großen und Ganzen entsprechen die Angebote, die Unternehmen im Bereich mobiles Arbeiten machen, den Wünschen ihrer Mitarbeitenden. Ist dies allerdings nicht der Fall, hat dies erhebliche Auswirkungen: Mitarbeitende, die nicht zufrieden mit dem Umfang sind, in dem sie aktuell mobil arbeiten können, bewerten die Arbeitsplatzkultur in ihrem Unternehmen deutlich kritischer als Mitarbeitende, die mit ihrem Arbeitsmodell zufrieden sind. Erfahren Sie mehr dazu in unserem aktuellen Studienreport über Deutschlands Beste Arbeitgeber 2025.

Welche zentralen Erfolgsfaktoren sollten Arbeitgeber bieten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen?

Arbeitgeber sollten folgende Faktoren anbieten:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle (z. B. Gleitzeit, Teilzeit, Homeoffice)
  • Unterstützung bei Betreuung (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen)
  • Ergänzende Corporate Benefits (z. B. Zuschüsse zu Kita-Kosten, zusätzliche Kind-Krank-Tage)
  • Familienfreundliche Unternehmenskultur (kein Nachteil bei Elternzeit, Unterstützung beim Wiedereinstieg)
  • Job-Sharing für Führungspositionen
  • Klare Kommunikation und Planung
  • Gesundheits- und Stressmanagement
Welchen Einfluss hat hybrides Arbeiten auf die Zufriedenheit von Mitarbeitenden?

Die Studie von Great Place to Work® zeigt, dass Mitarbeitende um über 60 % zufriedener mit familienfreundlichen Unterstützungsangeboten sind, wenn der Arbeitgeber hybrides Arbeiten ermöglicht. Besonders Frauen mit kleinen Kindern profitieren davon, da hybride Modelle die Care-Arbeit entlasten und flexible Terminplanung sowie spontane Kinderbetreuung erleichtern.

Warum ist Familienfreundlichkeit für Unternehmen ein strategischer Erfolgsfaktor?

Familienfreundlichkeit steigert die Mitarbeiterzufriedenheit, Bindung und Leistungsfähigkeit. Unternehmen, die flexible und familienfreundliche Strukturen anbieten, reduzieren Stress, fördern die Work-Life-Balance und positionieren sich als attraktive Arbeitgeber. Dies ist besonders wichtig für Eltern, insbesondere Frauen mit Care-Verantwortung.

Wie kann die Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung Unternehmen mit strukturierten Employee Listening dabei unterstützen, die tatsächlichen Bedarfe von Familien zu erkennen?

Strukturiertes Employee Listening hilft Unternehmen, die wahren Bedürfnisse und Anforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erkennen. Auf der Grundlage von datenbasierten Erkenntnissen können Unternehmen passgenaue Personalmaßnahmen entwickeln und so die Bindung und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden langfristig stärken. Die Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung ist ein erprobtes Instrument, dass mithilfe einer SaaS-Lösung schnelle Erkenntnissen ermöglicht. Durch die anonyme Befragung, gezielte und praxisnahe Auswertungen und die Analyse offener Kommentare der Mitarbeitenden können unternehmensspezifische Handlungsfelder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufgedeckt werden.

Wie hilft das Great Place To Work® Certified Siegel Unternehmen dabei, für Bewerberinnen und Bewerber mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen attraktiv zu sein?

Untersuchungen, die wir selbst zur Wirkung von Beste Arbeitgeber Siegeln bei der Jobsuche durchgeführt haben, zeigen, dass diese natürlich mit anderen Informationen konkurrieren, wenn es darum geht, die Attraktivität eines potenziellen Arbeitgebers einzuschätzen. Hier ist vor allem die Bekanntheit des Unternehmens zu nennen. Unsere Studien zeigen, dass vor allem Unternehmen, die weniger bekannt sind, von einem Siegel profitieren. Die Attraktivität einer Stellenausschreibung eines unbekannten Unternehmens wird mit Siegel klar besser eingestuft als ohne. Die Ergebnisse der zugrundeliegenden Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung – z.B. die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – können Unternehmen für ein auf Familien ausgerichtetes Employer Branding gezielt einsetzen.

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