Female Leadership (Teil 2): Unbequeme Wahrheiten: Gender Pay Gap und die Rolle der Unternehmenskultur

Female Leadership

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Anne Brüne

Isha Pandit

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Obwohl die Gleichberechtigung von Frauen bereits seit langer Zeit ein gesellschaftliches Ziel ist, zeigen die Gehaltsabrechnungen ein anderes Bild. Frauen erzielen im Durchschnitt ein geringeres Einkommen als Männer. Gender Pay Gap ist längst kein Randthema mehr. Sie betrifft Millionen von Menschen in unterschiedlichen Branchen, Hierarchien und Lebensrealitäten. Auch im Jahr 2025 zeigen die Daten des Statistisches Bundesamts, dass in Deutschland weiterhin eine signifikante Lohnlücke besteht: Frauen verdienen durchschnittlich 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt der bereinigte Gender Pay Gap noch rund 6 Prozent. Der Gender Pay Gap ist nicht nur eine Frage des Gehalts, sondern auch der Unternehmenskultur. Rollenbilder, mangelnde Transparenz und unbewusste Vorurteile beeinflussen noch immer Karriere- und Vergütungsentscheidungen sowie die Sichtbarkeit der Frauen als Performancetreiber. Fairness und Chancengleichheit entstehen nicht von selbst. Sie müssen aktiv gestaltet werden. Welche Rolle Unternehmen dabei spielen, zeigen wir im zweiten Teil unserer Female-Leadership-Blogreihe.

Der Gender Pay Gap geht über strukturelle Benachteiligung im Führungsalltag hinaus

Auch dort, wo Gleichstellung längst Teil der Unternehmensstrategie ist, bleiben traditionelle Denkmuster oft bestehen. Denn gesetzliche Vorgaben allein schaffen noch keine Chancengleichheit. Veraltete Rollenbilder und unbewusste Vorurteile prägen weiterhin strukturelle Entscheidungen im Arbeitsalltag.

Stellenanzeigen, die unbewusst ausschließen
Sprache und Anforderungsprofile in Stellenanzeigen haben einen direkten Einfluss darauf, wer sich überhaupt bei einem Unternehmen bewirbt. Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt, dass etwa jede fünfte Stellenanzeige ein Diskriminierungsrisiko enthält – häufig durch nicht geschlechtsneutrale Formulierungen oder stereotype Zuschreibungen im Performance Management, wie „durchsetzungsstarker Macher“ oder „der Leistungsträger”
Auch Untersuchungen der Bundesstiftung Gleichstellung zeigen, dass bereits im Recruiting unbewusste Faktoren zum Ausdruck kommen können, die eine Benachteiligung von Frauen bewirken. Zu diesen unbewussten Mechanismen zählen etwa implizite Erwartungen oder unklare Kompetenzprofile.

Affinity Bias – „Wir stellen ein, was wir schon kennen“
In der Personalauswahl zeigt sich häufig die Tendenz, Kandidat:innen zu bevorzugen, die bestehenden Entscheider:innen oder Teams ähneln. Dieses Phänomen wird als „homosoziale Kooptation“ bezeichnet. Gemeint ist ein Ähnlichkeitsprinzip in der Personalauswahl. Solche unbewussten Präferenzen können dazu führen, dass Potenziale übersehen werden, insbesondere bei Personen, die nicht dem „typischen“ Profil entsprechen.
Gleichzeitig verstärken fehlende strukturierte Auswahlverfahren diesen Effekt, da Entscheidungen stärker auf subjektiven Eindrücken als auf klar definierten Kriterien basieren.

Strukturelle Benachteiligung in der Besetzung von Führungspositionen
Trotz steigender Qualifikationen sind Frauen in Führungspositionen in Deutschland weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Sie werden seltener für Führungsaufgaben berücksichtigt und weniger konsequent gefördert als Männer.
Entscheidend ist nicht nur die Qualifikation, sondern auch das Bild davon, wer als „Führungskraft“ gilt. Stereotype Vorstellungen prägen weiterhin Auswahl und Entwicklungsprozesse. Die Folge: Frauen werden häufiger „übersehen“, selbst bei vergleichbarer Leistung.

Teilzeitfälle und Care Arbeit

Karriereknick durch Lebensphasen – wer trägt Verantwortung für Pflege und Erziehung?
In Deutschland wird Care Arbeit weiterhin überwiegend von Frauen geleistet. Laut Statistischem Bundesamt verbringen Frauen im Schnitt rund 9 Stunden pro Woche mehr mit unbezahlter Arbeit als Männer, was einem Gender Care Gap von 44,3 % entspricht. Dabei geht es nicht nur um die Erziehung der Kinder und Haushalt. Oftmals sind es auch die Frauen, die Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige übernehmen.

Die Teilzeitfalle als strukturelles Problem
Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit. Laut dem Statistischen Bundesamt trägt genau das maßgeblich zur Einkommenslücke bei, da geringere Arbeitszeiten und eine geringere Erwerbsbeteiligung die finanzielle Situation verschlechtern – beginnend bei der finanziellen Abhängigkeit in Beziehungen bis hin zur Rentenlücke.

Das Märchen der freien Wahl?
Oft wird argumentiert, Frauen würden sich „freiwillig“ für Teilzeit entscheiden. Diese Entscheidungen sind jedoch überwiegend stark strukturell und gesellschaftlich begründet.

  1. Zeit für Erwerbsarbeit fehlt aufgrund ungleicher Care-Verteilung
  2. Karrierewege sind häufig auf Vollzeit ausgelegt
  3. Führung in Teilzeit ist selten vorgesehen

Fehlende Analyse von HR-Daten
Ein zentraler blinder Fleck in vielen Unternehmen ist die fehlende Transparenz, oft bedingt durch ein mangelnden Fokus auf eine systematische Erhebung und Auswertung von HR-Daten.
Wichtige Karriereindikatoren wie Beförderungsraten, Gehaltsentwicklungen oder der Verlauf von Teilzeitkarrieren werden in der Praxis häufig gar nicht oder nur unzureichend analysiert. Damit fehlt die Grundlage, um Ungleichheiten sichtbar zu machen und gezielt gegenzusteuern.
Studien zur Umsetzung von Diversity Management zeigen zudem, dass insbesondere im Mittelstand deutliche Defizite im Bereich des Diversity-Controllings bestehen und relevante Kennzahlen oft nicht systematisch erhoben oder ausgewertet werden.

Geringere Formalisierung = mehr Raum für Bias
Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die geringere Formalisierung von Prozessen. Während große Organisationen standardisierte Verfahren für Beförderungen, Gehaltsanpassungen oder Talentprogramme etabliert haben, werden entsprechende Entscheidungen in kleineren und mittleren Unternehmen oft informeller getroffen.
Dadurch werden Karrieren stärker über gewachsene Netzwerke, persönliche Nähe oder individuelle Wahrnehmungen gesteuert als über transparente und nachvollziehbare Kriterien. Subjektive Einschätzungen spielen eine deutlich größere Rolle, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass unbewusste Vorurteile – sogenannte Unconscious Bias – in Entscheidungen einfließen.

Kollegen als Gatekeeper
Da Führungspositionen in Deutschland nach wie vor überwiegend von Männern besetzt sind, kommt männlichen Führungskräften eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Karrierechancen zu. Oft fungieren sie bewusst oder unbewusst als Gatekeeper. Sie entscheiden darüber, wer Zugang zu Projekten, Sichtbarkeit und damit zu Aufstiegschancen erhält.
Eine aktuelle Studie von Leadership Monitor 2025 zeigt, dass rund 60 % der Führungskräfte in Deutschland männlich sind. Genau darin liegt ein entscheidender Hebel: Gatekeeper können zu Wegbereitern werden. Aus Bremser werden Beschleuniger.
Wenn sie ihre Einflussposition gezielt nutzen, können sie Chancengleichheit fördern, etwa durch aktives Sponsoring, transparente Entscheidungen und den bewussten Zugang zu Netzwerken.

Von Herausforderungen zu Lösungen: Was Beste Arbeitgeber 2026 konkret anders machen

Seit 2025 zeichnet Great Place To Work® Deutschland Unternehmen aus, die Frauen konkrete Perspektiven mit fairen Chancen, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 haben im Rahmen der Special‑Insights‑Interviews zahlreiche praxisnahe Beispiele geteilt, die zeigen, wie Organisationen aktiv dafür sorgen, dass Frauen gleiche Karrierechancen, Führungsmöglichkeiten und die notwendige Unterstützung erhalten, um ihr Potenzial voll zu entfalten und als Performancetreiber in Unternehmen sichtbar werden.
Ihre Ansätze machen deutlich: Gleichstellung entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis bewusst gestalteter Strukturen, transparenter Prozesse und einer Unternehmenskultur, die Vielfalt fördert und Chancengleichheit konsequent umsetzt.

1. Faire und transparente Vergütung als Grundlage von Gleichstellung
„Wie viel Vertrauen können Frauen in Chancengleichheit haben, wenn sie nicht nachvollziehen können, wie Gehälter entstehen?“
Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 stellen sicher, dass Gehälter klar strukturiert, transparent und regelmäßig überprüft werden, um Ungleichheiten frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Standardisierte Gehaltsmodelle mit festen Stufen reduzieren den Einfluss individueller Verhandlungsmacht und schaffen objektive, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen. Gleichzeitig stärkt die Einbindung von Teams oder Mitarbeitenden in Gehaltsprozesse das Vertrauen und fördert ein gemeinsames Verständnis für Fairness.

Vergleich aus Sicht von Frauen
Fairness unabhängig vom Geschlecht – Vergleich aus Sicht von Frauen Female Leadership

Die Grafik macht den Unterschied im Vergleich zur European Workforce Study besonders sichtbar: Während in Deutschland durchschnittlich nur 77 % der Frauen Fairness unabhängig vom Geschlecht wahrnehmen, erreichen die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 mit 96 % einen deutlich höheren Wert. Das istein klarer Hinweis darauf, dass transparente und strukturierte Vergütungsansätze Vertrauen und wahrgenommene Gerechtigkeit signifikant stärken.

2. Objektive und partizipative Entscheidungsprozesse
„Wie verändert sich Karriereentwicklung, wenn Entscheidungen nicht von einzelnen Personen, sondern von fairen und transparenten Prozessen getragen werden?“
Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 setzen auf transparente und nachvollziehbare Entscheidungsmechanismen bei Beförderungen und Rollenbesetzungen. Wenn mehrere Perspektiven einbezogen werden und Entscheidungen klar begründet sind, werden unbewusste Vorurteile reduziert und die wahrgenommene Fairness sowie Akzeptanz von Karriereentscheidungen deutlich gestärkt.

3. Flexible Arbeits- und Führungsmodelle als Standard
„Warum sollte Führung an starre Arbeitsmodelle gebunden sein, wenn Talent und Verantwortung unterschiedliche Formen annehmen können und so vielfältig sind, wie die Menschen innerhalb der Organisation?“
Flexibilität ist bei den Besten Arbeitgebern für Frauen 2026 kein Zusatzangebot, sondern ein fester Bestandteil der Arbeitsorganisation. Modelle wie Job Sharing, Teilzeitführung, reduzierte Arbeitswochen oder hybride Arbeitsformen ermöglichen es, Führungsverantwortung mit individuellen Lebensrealitäten zu verbinden und Karrierewege neu zu denken.

4. Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben konsequent ermöglichen
„Wie viele Potenziale gehen verloren, wenn Frauen zwischen beruflichem Erfolg und privaten Verpflichtungen wählen müssen?“
Ein zentrales Merkmal der Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 ist die  gelebte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Durch flexible Arbeitszeiten, strukturierte Wiedereinstiegsmodelle und bewusst gestaltete Arbeitsbelastung stellen Arbeitgeber sicher, dass berufliche Entwicklung nicht im Widerspruch zu familiären oder persönlichen Verpflichtungen steht.

Wahrnehmung aus Sicht von Frauen
Abbildung 2: Vereinbarkeit als gelebte Realität: Wahrnehmung der Life‑Balance aus Sicht von Frauen Female Leadership

Ein zentrales Merkmal der Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 ist die gelebte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Durch flexible Arbeitszeiten, strukturierte Wiedereinstiegsmodelle und bewusst gestaltete Arbeitsbelastung wird sichergestellt, dass berufliche Entwicklung nicht im Widerspruch zu familiären oder persönlichen Verpflichtungen steht.

5. Aktiver Abbau von Bias durch Sensibilisierung und Training
„Wie gerecht können Entscheidungen sein, solange unbewusste Vorurteile unbemerkt mitentscheiden?“
Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 investieren gezielt in die Sensibilisierung von Führungskräften und Teams gegenüber unbewussten Vorurteilen. Trainings zu Unconscious Bias, Diversity und gendergerechter Kommunikation tragen dazu bei, Entscheidungen objektiver zu gestalten und strukturelle Benachteiligungen systematisch abzubauen.

6. Gezielte Förderung und Sichtbarkeit weiblicher Talente
„Wie viele zukünftige Führungspersönlichkeiten bleiben unsichtbar, wenn ihre Potenziale nicht aktiv gefördert und sichtbar gemacht werden?“
Strukturierte Programme wie Mentoring, Leadership-Initiativen und interne Netzwerke gehören bei den Besten Arbeitgebern für Frauen 2026 zum Standard. Ergänzend wird die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder aktiv erhöht, um neue Rollenbilder zu etablieren und mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen.

Wahrnehmung aus Sicht von Frauen
Abbildung 3: Wie Frauen Anerkennung und Entwicklungschancen wahrnehmen Female Leadership

Im deutschen Vergleich zeigt sich deutlich, dass die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 Frauen mehr Möglichkeiten zur Sichtbarkeit und Anerkennung bieten: 82 % der befragten Frauen sehen entsprechende Chancen, während der Wert für den deutschen Durchschnitt nur bei 51 % liegt. Dies verdeutlicht, dass strukturierte Programme, Netzwerke und gezielte Förderung nicht nur existieren, sondern tatsächlich die Wahrnehmung von Entwicklungschancen und Anerkennung im Arbeitsalltag stärken.

Wahrnehmung aus Sicht von Frauen
Abbildung 4: Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aus Sicht von Frauen Female Leadership

Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 setzen gezielte Entwicklungsangebote konsequenter um: 83 % der befragten Frauen erleben umfangreiche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, während das im Durchschnitt nur bei jeder zweiten Frau der Fall ist. Dies zeigt, dass strukturierte Programme wie Mentoring, Leadership‑Initiativen und Netzwerke wesentlich dazu beitragen, Entwicklungschancen sichtbar zu machen und Frauen gezielt auf Führungsrollen vorzubereiten.

7. Inklusive Unternehmenskultur als verbindende Basis
„Was wird möglich, wenn Frauen am Arbeitsplatz nicht nur akzeptiert werden, sondern sich vollständig zugehörig und authentisch fühlen können?“
Alle Maßnahmen werden bei den Besten Arbeitgebern für Frauen 2026 von einer Kultur getragen, die auf Vertrauen, Offenheit und echter Chancengleichheit basiert. Diese Kultur schafft ein Umfeld, in dem sich Mitarbeitende unabhängig von Geschlecht oder Lebenssituation entfalten und Verantwortung übernehmen können.

Vergleich aus Sicht von Frauen
Abbildung 5: Authentizität und Zugehörigkeit im Unternehmen aus Sicht von Frauen Female Leadership

Im Vergleich zeigt sich deutlich, dass die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 eine besonders inklusive und vertrauensbasierte Kultur schaffen: 91 % der befragten Frauen geben an, bei der Arbeit „sie selbst sein“ zu können, während der Wert in Deutschland bei durchschnittlich 67 % liegt. Dies verdeutlicht, dass Maßnahmen zur Gleichstellung nachhaltig wirken, wenn sie in eine Unternehmenskultur eingebettet sind, die Offenheit, Vertrauen und echte Teilhabe ermöglicht.

Wahrnehmung aus Sicht von Frauen
Abbildung 6: Vertrauensvolle und mitarbeitendenorientierte Führung aus Sicht von Frauen Female Leadership

Unsere Studien zeigen auch in diesem Kontext wieder, dass Führungskräfte eine entscheidende Rolle in der Gestaltung von attraktiven Arbeitsplätzen haben. So ist es nicht überraschend, dass die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 ihre inklusiven Werte auch im Führungsverhalten verankern: 83 % der befragten Frauen erleben, dass Führungskräfte aufrichtiges Interesse an ihnen als Person zeigen, deutlich häufiger als im deutschen Durchschnitt.

Fazit

Wie entstehen Chancengleichheit, faire Karrierewege und nachhaltige Vielfalt? Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 zeigen, dass es dafür mehr braucht als einzelne Initiativen. Gleichstellung wird Realität, wenn faire Gehälter, transparente Karrierewege, flexible Arbeitsmodelle und gezielte Förderung zusammenkommen.
Den entscheidenden Unterschied macht jedoch die Unternehmenskultur: Wo Vertrauen, Zugehörigkeit und Wertschätzung für die Mitglieder der Organisation erlebbar und spürbar sind, können Frauen ihr Potenzial voll entfalten.
Gleichstellung wird dort Realität, wo faire Strukturen, bewusste Entscheidungen und wirksame Führung zusammenkommen – so zeigen es die Ergebnisse.

FAQ – zum Thema

1. Was ist ein Affinity-Bias?

Der Affinity Bias (Ähnlichkeitsbias) beschreibt die unbewusste Tendenz, Menschen zu bevorzugen, die uns selbst ähneln, beispielsweise in Bezug auf ihren Hintergrund, ihr Verhalten oder ihre Erfahrungen. Im Unternehmenskontext zeigt sich dies häufig bei Recruiting- oder Beförderungsentscheidungen, bei denen vertraute Profile als „passender“ wahrgenommen werden. Dadurch werden andere, ebenso qualifizierte Talente oft übersehen. Der Affinity Bias wirkt unbewusst, kann aber dazu beitragen, bestehende Strukturen und Ungleichheiten weiter zu verstärken.

2. Warum ist Gleichstellung ein Erfolgsfaktor für Unternehmen?

Gleichstellung ist der Schlüssel zum Erfolg. Sie verbessert den Zugang zu vielfältigen Talenten und stärkt dadurch die Qualität von Entscheidungen und Innovation. Unternehmen, die faire Karrierechancen, transparente Prozesse und inklusive Strukturen schaffen, profitieren von höherer Mitarbeitendenzufriedenheit, stärkerer Bindung und besserer Performance. Eine gelebte Gleichstellung steigert zudem die Attraktivität als Arbeitgeber und wirkt sich positiv auf das Employer Branding aus. Langfristig entsteht so eine Unternehmenskultur, die Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Erfolg garantiert. Möchten Sie wissen, wie Ihre Mitarbeitenden Themen wie Gleichstellung, Fairness und Chancengleichheit in Ihrem Unternehmen wahrnehmen? Die Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung liefert wertvolle Einblicke und zeigt konkrete Handlungsfelder auf.

3. Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur beim Gender Pay Gap?

Die Unternehmenskultur ist entscheidend. Sie bestimmt, wie Gehälter, Beförderungen und Karrierechancen vergeben werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen trotz vergleichbarer Leistung benachteiligt werden. Die Gründe dafür sind klar: unbewusste Vorurteile, fehlende Transparenz und traditionelle Rollenbilder. Unternehmen mit klaren Strukturen, transparenten Prozessen und einer inklusiven Kultur reduzieren solche Ungleichheiten nachweislich. Eine bewusst gestaltete Unternehmenskultur ist der zentrale Hebel, um den Gender Pay Gap nachhaltig zu verringern.

4. Wie gestalten die „Besten Arbeitgeber für Frauen 2026“ Female Leadership?

Die Besten Arbeitgeber für Frauen 2026 fördern Female Leadership nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein Zusammenspiel aus fairen Strukturen, gezielter Förderung und einer vertrauensvollen Unternehmenskultur. Dazu gehören transparente Vergütungs- und Beförderungsprozesse, flexible Arbeits- und Führungsmodelle, Mentoring- und Leadership-Programme sowie die gezielte Sichtbarkeit weiblicher Talente. Gleichzeitig investieren diese Unternehmen in die Sensibilisierung von Führungskräften für unbewusste Vorurteile und schaffen Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben ermöglichen. So entstehen Karrierewege, auf denen Frauen ihr Potenzial entfalten und Führungsverantwortung übernehmen können.

5. Wie unterstützt Employee Listening die Umsetzung von Chancengleichheit?

Employee Listening hilft Unternehmen dabei, die Erfahrungen und Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden systematisch zu erfassen und mögliche Ungleichheiten sichtbar zu machen. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Frauen Themen wie Fairness, Entwicklungsmöglichkeiten, Anerkennung, Führung oder Vereinbarkeit wahrnehmen. Diese Daten schaffen Transparenz, decken Handlungsfelder auf und ermöglichen es Unternehmen, gezielte Maßnahmen abzuleiten. Gleichzeitig stärkt Employee Listening das Vertrauen der Mitarbeitenden, da ihre Perspektiven aktiv einbezogen werden. Auf diese Weise wird Chancengleichheit nicht nur als Ziel formuliert, sondern datenbasiert und kontinuierlich weiterentwickelt.

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