Schluss mit Vorurteilen: Was die Forschung wirklich über die Arbeitsmoral der Young Talents sagt

Junger Mitarbeiter arbeitet konzentriert am Computer im modernen Büro – Schluss mit Vorurteilen: Was die Forschung wirklich über die Arbeitsmoral junger Talente sagt

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Felix Diehl

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Arbeitsmoral der Young Talents: Was steckt wirklich dahinter? Dieser Beitrag räumt mit gängigen Vorurteilen auf und zeigt auf Basis aktueller Studienergebnisse, wie es der Generation unter 30 tatsächlich im Arbeitsalltag geht. Dabei wird schnell klar: Nicht mangelnde Motivation ist die Herausforderung, sondern steigende psychische Belastung und der Wunsch nach echter Unterstützung.

Der neue DAK-Gesundheitsreport zur Arbeitswelt deckt die starke psychische Belastung der Young Talents auf und liefert dabei interessante Erkenntnisse zur Arbeitsmoral junger Fachkräfte. 

Die Studie untersucht den Berufsalltag der unter 30-Jährigen im Hinblick auf die Zufriedenheit, Erwartungen und des Krankenstands. Aus den Befragungsergebnissen von 2,4 Millionen DAK-Mitgliedern kamen die Forschenden zu folgenden Ergebnissen: 

  • 26 % der unter 30-Jährigen zeigen eine hohe Arbeitszufriedenheit. Bei einer früheren Befragung waren das noch 43 %. 
  • Hohe psychische Belastung: In der Altersgruppe bis 24 Jahre sind chronische psychische Erkrankungen mit ca. 18 % am stärksten verbreitet. 
  • Young Talents sind häufiger krank, melden sich aber im Durchschnitt deutlich kürzer krank. 

„Verbreitete Klischees über die sogenannte Gen Z sind nicht zu halten“, sagt Prof. Dr. Volker Nürnberg zu den Befragungsergebnissen. „Es muss darum gehen, junge Menschen beim Eintritt in die Arbeitswelt gut zu unterstützen, damit sie auch langfristig ihre Potenziale entfalten können.“ 

Doch was können Unternehmen und insbesondere Führungskräfte konkret tun, um diese jungen Talente aufzufangen? Sicherheit und Unterstützung sind die stärksten Hebel für das Well-Being. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen vier praxisnahe Strategien, mit denen Sie als Führungskraft das Arbeitsumfeld anpassen, psychischen Belastungen entgegenwirken und die Resilienz Ihrer jungen Talente nachhaltig fördern können.

Balkendiagramm zur Arbeitszufriedenheit unter 30-Jaehriger: Rueckgang von 43 % im Jahr 2010 auf 26 % im Jahr 2025 – im Kontext des Beitrags „Schluss mit Vorurteilen: Was die Forschung wirklich ueber die Arbeitsmoral junger Talente sagt“

4 Dinge, die jede Führungskraft heute tun kann, um Resilienz zu fördern

1. Mehr zuhören. Anders zuhören. Allen zuhören. 

Was einfach erscheint, wie Employee Listening, wird oft übersehen. 

„Die Mitarbeitenden sind diejenigen, die uns sagen, wie sie sich ihr Umfeld wünschen, um einen sicheren Arbeitsplatz zu schaffen, an den sie jeden Tag gerne kommen“, sagt Joanna Poz-Molesky, Direktorin bei Great Place To Work® USA. 

Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie bereits wissen, wie man zuhört. „Employee Listening bedeutet nicht nur, die Ohren zu öffnen. Es bedeutet, Fragen zu stellen und offen für Antworten zu sein. Es bedeutet, Ihren Mitarbeitenden zu zeigen, dass Sie zuhören und ihr Feedback gehört haben.“  

Genau hier setzen fundierte Instrumente wie die Mitarbeiterbefragung an. Sie helfen Ihnen nicht nur dabei, die Bedürfnisse der jungen Generation zu erfragen, sondern das Feedback datenbasiert messbar zu machen. 

2. Raum für Verbindungen schaffen

Verbindungen entstehen nicht nur in Einzelgesprächen oder Unternehmensbesprechungen. Führungskräfte müssen dafür kontinuierlich Raum schaffen. Fragen Sie sich selbst: 

Ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden, sich mit anderen außerhalb Ihres Teams zu vernetzen? 

Fördern Sie Mitarbeiter-Ressourcengruppen? 

Dies ist besonders wichtig für jüngere und beruflich noch am Anfang stehende Mitarbeitende, die am meisten mit psychischen Belastungen und Unsicherheiten zu kämpfen haben. 

Joanna Poz-Molesky, Direktorin bei Great Place To Work® USA betont„Vor allem jüngeren Mitarbeitenden, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, sollten Sie vermitteln, dass es wichtig ist, auf andere zuzugehen und Kontakte zu knüpfen. Auf diese Weise nehmen Sie als Führungskraft kaum Zeit in Ihrem Kalender in Anspruch – aber schaffen Raum dafür und befähigen die Mitarbeitenden gleichzeitig, Eigenverantwortung zu übernehmen.“ 

Da weniger Lernen und Entwicklung organisch stattfindet und mehr remote gearbeitet wird, sind bewusste Kontakte unerlässlich. 

„Es geht zurück auf die Verbindung am Arbeitsplatz“, sagt Poz-Molesky. „Entweder ist man als Remote-Mitarbeitender isoliert, oder es gibt vor Ort im Büro weniger Kontakte, weil viel Arbeit erledigt werden muss, um schnell voranzukommen.“ 

3. Mentoring zugänglich machen

„Wir sehen den Erfolg von Führungskräften, aber sie hatten auch ihre eigenen Herausforderungen“, sagt Poz-Molesky. „Wir wissen, dass genau dieser beidseitige Austausch für junge Menschen enorm hilfreich ist“ 

Diese Gespräche: 

  • Schaffen Vertrauen 
  • Helfen Mitarbeitenden, sich gesehen zu fühlen 
  • Fördern Authentizität, Zusammenarbeit und Innovation 

Gegenseitige Gespräche helfen dabei, Vertrauen, Zuversicht und Authentizität miteinander zu verknüpfen – alles entscheidende Faktoren für das Wohlbefinden, die wiederum Innovation beflügeln.“, sagt Poz-Molesky. 

Gerade jetzt ist es entscheidend, sich als positiven Gegenentwurf zu positionieren. Mit der Auszeichnung „Beste Arbeitgeber Young Talents“ zeigen Sie klar, dass Ihr Unternehmen ein Umfeld bietet, das junge Menschen stärkt und in dem sie gesund wachsen können. Senden Sie dieses Signal an die Talente von morgen, nehmen Sie beim Arbeitgeberwettbewerb teil und verdienen Sie sich Ihr Beste Arbeitgeber Siegel

4. Die Lücke zwischen den Ebenen schließen

„Während der Pandemie haben wir beobachtet, dass Führungskräfte viel Zeit darin investiert haben, sich um die individuellen Bedürfnisse, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu kümmern – das war bewundernswert und hat einen neuen Standard gesetzt. Es ist bedauerlich zu sehen, dass wir wieder in alte Managementmuster zurückgefallen sind, die weniger Rücksicht auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden nehmen“, sagt Richard Smith, Professor und Direktor des John Hopkins Human Capital Development Lab. 

„Führungskräfte können das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden mit minimalem Aufwand enorm steigern, wenn sie sich die Zeit nehmen, persönliches Interesse an ihnen zu zeigen“, betont er. 

Das Fazit: Resilienz muss täglich gefördert werden

Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden wurde von vielen Unternehmen in der Vergangenheit eher vernachlässigt. Heute wissen wir: Es ist kein Nice-to-have mehr, sondern steht in direktem Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit. Gerade mit Blick auf die alarmierenden Zahlen zur psychischen Gesundheit junger Talente wird deutlich, dass das Well-Being einen entscheidenden Teil zur Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beiträgt. 

Diese Widerstandsfähigkeit entsteht nicht durch einmalige Aktionen, sondern jeden Tag aufs Neue – durch Fürsorge, ein offenes Ohr und echte Unterstützung im Arbeitsalltag. Führungskräfte spielen hierbei die Schlüsselrolle. Wer als Führungskraft menschlich auftritt, authentisch für sein Team da ist und echtes, persönliches Interesse zeigt, legt das Fundament für Vertrauen. Genau dieses Vertrauen fördert die Resilienz, die sich anschließend positiv auf alle weiteren Bereiche der Zusammenarbeit und Innovation auswirkt. 

FAQ – zum Thema

Was sind Young Talents?

Young Talents sind junge Fachkräfte, die nicht nur einen Job suchen, sondern auch Sinn, Perspektive und Flexibilität in einer Organisation. Sie wollen Verantwortung übernehmen, mitgestalten und achten auf ihre Work-Life-Balance. Unternehmen, die diese Werte leben, ziehen Talente magisch an. Great Place To Work® Deutschland zeichnet Organisationen aus, für ihre jungen Fachkräfte nicht nur einen Arbeitsplatz bieten, sondern einen Ort zum Wachsen und Wohlfühlen. 

Wie kann man die Resilienz in Unternehmen fördern?

Psychische Belastungen nehmen zu – gerade bei den jungen Talenten in Organisationen. Investieren Sie in die Gesundheit Ihres Teams: So fördern Sie nicht nur die Zufriedenheit und Energie Ihrer Mitarbeitenden, sondern senken gleichzeitig nachhaltig die Krankheitsquote. Die Befragung „Gesund Arbeiten“ von Great Place To Work® unterstützt Sie systematisch bei der Analyse und Beurteilung psychischer Belastungen. Lassen Sie sich hier unverbindlich beraten. 

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