Special Insights: Interviews mit ausgezeichneten Arbeitgebern

In unserer Interviewreihe „Special Insights“ lassen wir ausgezeichnete Arbeitgeber selbst zu Wort kommen. Hier teilen sie, was die Auszeichnung als Great Place To Work® für sie bedeutet, wie sie ihre Arbeitsplatzkultur gestalten und was sie ausmacht.

Die Unternehmen geben nicht nur Einblicke in ihre größten Erfolge und Herausforderungen, sondern auch in die Maßnahmen, die sie zu einem attraktiven Arbeitgeber machen. Neben zentralen Fragen zur Unternehmenskultur setzen die Teilnehmenden individuelle Schwerpunkte und berichten über Themen, die ihre Arbeitgebermarke besonders prägen.

Grafik Special Insights - Interviews mit ausgezeichneten Unternehmen

Special Insight Robert Bosch GmbH Werk Blaichach/Immenstadt

Thomas-Joachim Fritsch, Abteilungsleiter DBE

1. Was bedeutet die Great Place To Work® Auszeichnung für Sie und wie nutzen Sie die Great Place To Work® Auszeichnung, um sich als Arbeitgeber zu positionieren?

Die Bedeutung liegt schon im Namen selbst: Wer möchte kein Great Place to Work sein? Dieser Anspruch gilt für uns gleichermaßen nach innen wie nach außen. Nach innen, weil wir unseren Mitarbeitenden ein Umfeld bieten wollen, in dem sie gerne arbeiten und sich wertgeschätzt fühlen. Nach außen, weil wir uns als attraktiver Arbeitgeber klar positionieren möchten. Die Auszeichnung macht sichtbar, dass wir diesen Anspruch ernst nehmen und erfolgreich umsetzen. Sie ist damit ein wichtiges Ziel, das man nur anstreben kann – und wenn wir es erreichen, feiern wir diesen Erfolg ganz bewusst gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden.

2. Was sind aktuell für Sie die größten Herausforderungen, um ein sehr guter Arbeitgeber zu bleiben?

Die größte Herausforderung ist aktuell die tiefgreifende Transformation der Industrie in Deutschland mit all den Anforderungen, die damit verbunden sind. In diesem Umfeld ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben, ist anspruchsvoll – aber machbar. Hinzu kommen der Generationswechsel mit unterschiedlichen Erwartungen an Arbeit und Führung sowie ein geopolitisch und wirtschaftlich schwieriges Umfeld. Der heutige Planungshorizont ist dabei deutlich kürzer und unsicherer als noch vor einigen Jahren. Insgesamt bewegen wir uns in einem Sammelsurium an unsicheren Einflussfaktoren. Der entscheidende Anspruch besteht darin, flexibel zu bleiben, aufmerksam auf das Umfeld und auf die eigenen Mitarbeitenden zu hören und deren Anforderungen ernst zu nehmen. Nur so gelingt es, ein ausgewogenes Optimum zu schaffen und langfristig zukunftsfähig zu bleiben.

3. Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie aufgesetzt haben, um ein Great Place to Work zu sein?

Als Teil des Bosch-Konzerns können wir auf langjährige Erfahrung und etablierte Systeme zurückgreifen. Dazu zählen unter anderem seit vielen Jahren gelebte Prozesse der Zielentfaltung und Zielvereinbarung mit unseren Mitarbeitenden, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Ergänzt wird dies durch vielfältige Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote sowie weitere Incentives. Insgesamt verfügen wir damit über ein sehr ausgewogenes Portfolio an Personal- und kulturprägenden Maßnahmen, dass unser stabiles Fundament bildet. Darauf aufbauend setzen wir gezielt zusätzliche Maßnahmen ein. Eine zentrale Rolle spielt dabei die jährliche Great Place To Work®Befragung. Sie ermöglicht es uns, systematisch Feedback unserer Mitarbeitenden einzuholen – sowohl zu unseren Stärken als auch zu bestehenden Potenzialen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Führungsebenen ausgewertet, um standortbezogene Maßnahmen abzuleiten und gleichzeitig in den jeweiligen Verantwortungsbereichen konkrete Verbesserungsprozesse zu starten. Dieser wiederkehrende und verlässliche Prozess schafft Transparenz, fördert Beteiligung und ermöglicht die kontinuierliche Weiterentwicklung – und ist damit ein wesentlicher Baustein, um dauerhaft ein Great Place to Work zu sein.

4. Wie analysieren und nutzen Sie Mitarbeiterfeedback aus der Great Place To Work® Befragung im Alltag?

Wir verfügen über einen belastbaren und klar definierten Verbesserungsprozess, der sowohl standort- bzw. bereichsübergreifend als auch individuell in den jeweiligen Verantwortungsbereichen greift. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei die Rückvergleichbarkeit der Ergebnisse über mehrere Jahre hinweg. Wir betrachten nicht nur Momentaufnahmen, sondern analysieren gezielt, ob sich Trends über die Zeit manifestieren und welche Entwicklungen nachhaltig wirken. Gleichzeitig prüfen wir systematisch, ob die gesetzten Impulse und Maßnahmen tatsächlich zu messbaren Veränderungen geführt haben. Damit geht es uns nicht ausschließlich um die unmittelbare Ableitung einzelner Verbesserungen, sondern um eine langfristige, datenbasierte Betrachtung von Entwicklungen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, auf unterschiedlichen Ebenen wirksam zu steuern und unsere Maßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

5. Wie gestaltet Ihr Unternehmen Recruiting, Arbeitsumfeld und Mitarbeiterbindung, um den Erwartungen und Bedürfnissen von Young Talents (unter 35 Jahren) gerecht zu werden?

Für Young Talents sind heute mehrere Aspekte entscheidend: Sinnhaftigkeit der Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten, moderne Führung sowie Flexibilität im Arbeitsalltag. Dem tragen wir Rechnung, indem wir transparente Karriere- und Entwicklungspfade anbieten, früh Verantwortung übertragen und gezielt in Qualifizierung investieren. Im Recruiting setzen wir auf Authentizität: Wir zeigen realistisch, wofür wir stehen, welche Aufgaben und Herausforderungen es gibt und welche Entwicklungsperspektiven Mitarbeitende bei uns haben. Dabei profitieren wir sowohl von der Stärke der Marke Bosch als auch von unserer regionalen Verwurzelung und der hohen Lebensqualität im Allgäu. Im Arbeitsumfeld legen wir großen Wert auf eine wertschätzende Führungskultur, regelmäßigen Dialog und Beteiligung. Flexible Arbeitsmodelle, wo es die Tätigkeit erlaubt, sowie moderne Arbeitsbedingungen unterstützen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Mitarbeiterbindung entsteht aus unserer Sicht vor allem durch Vertrauen, Verlässlichkeit und Entwicklung. Wenn Young Talents erleben, dass ihre Meinung zählt, sie sich fachlich und persönlich weiterentwickeln können und gleichzeitig Teil eines stabilen, werteorientierten Unternehmens sind, dann bleiben sie – und gestalten die Zukunft aktiv mit.

6. Welche Rolle spielen regionale Besonderheiten wie Arbeitsmarkt, Infrastruktur oder kulturelle Prägungen für Ihre Unternehmenskultur? Und welche konkreten Maßnahmen leiten Sie daraus ab, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben?

Die Allgäu-Region ist geprägt von einer starken Verbundenheit der Menschen mit ihrem Umfeld. Themen wie Natur, Lebensqualität und auch Spiritualität spielen eine wichtige Rolle, gleichzeitig ist Leistungsbereitschaft ein zentraler Wert. Diese Kombination haben wir bereits vor vielen Jahren in unserer Strategiearbeit und heute auch in unserer Kulturbeschreibung bewusst berücksichtigt.

Ein Großteil unserer Mitarbeitenden lebt im Allgäu und fühlt sich der Region eng verbunden. Daraus entsteht ein starkes Verantwortungsgefühl für den Standort und eine emotionale Bindung zum Unternehmen, die unsere Kultur positiv prägt.

Der regionale Arbeitsmarkt ist zudem dadurch gekennzeichnet, dass es wenig große Industriearbeitgeber gibt. Umso wichtiger ist es für uns, unsere regionale Verwurzelung, attraktive Arbeitsbedingungen und eine sinnstiftende Unternehmenskultur klar herauszustellen und weiterzuentwickeln. So schaffen wir Identifikation und bleiben auch in einem begrenzten Arbeitsmarkt ein attraktiver Arbeitgeber.

7. Wie stellen Sie sicher, dass Mitarbeitende in der Produktion genauso Teil der Kultur sind wie Verwaltungs- oder Engineering Teams?

Unsere Ergebnisse zeigen, dass es zwischen Mitarbeitenden in der Produktion und in den indirekten Bereichen keine erheblichen Unterschiede in der Wahrnehmung unserer Kultur gibt. Das bewerten wir sehr positiv und sehen es als Bestätigung unseres Ansatzes.

Grundsätzlich achten wir bei allen Aktivitäten, Initiativen und Formaten bewusst darauf, die Produktion mitzudenken und aktiv einzubinden. Unser Anspruch ist es, keine kulturellen Unterschiede entstehen zu lassen. In der Vergangenheit ist uns das sehr gut gelungen. So richten sich Informationsformate wie Strategie- oder Kultur-Infomärkte ausdrücklich nicht nur an indirekte Bereiche, sondern auch an die Mitarbeitenden in der Fertigung.

Darüber hinaus ist die Werkleitung regelmäßig vor Ort in den Hallen, informiert über neue Entwicklungen, relevante Themen und steht als direkter Ansprechpartner zur Verfügung. Uns ist sehr bewusst, dass der Erfolg unseres Standorts maßgeblich von einer leistungsfähigen und wettbewerbsfähigen Produktion abhängt. Entsprechend entwickeln wir kontinuierlich Vorgehensweisen, um diese Leistungsfähigkeit langfristig sicherzustellen.

Im Kern ist unser Verständnis jedoch sehr einfach: Jeder Mitarbeitende ist wichtig – unabhängig davon, in welchem Bereich er/sie arbeitet. Jede Rolle trägt ihren Teil zum Gesamtsystem bei. Niemand ist wichtiger als der andere. Wenn alle ihre Funktion erfüllen, sind wir als Team erfolgreich. Dieses Mindset prägt unser tägliches Handeln.

Nicht zuletzt unterstützt auch unsere gelebte Du-Kultur dieses Verständnis von Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Inspiriert von der Allgäuer Tradition haben wir das „Du“ bereits vor vielen Jahren im Werk eingeführt. Es ist ein bewusstes, niedrigschwelliges Signal für Nähe, Respekt und Zusammenarbeit – und hat uns als Standort spürbar näher zusammengebracht.

Datum der Veröffentlichung: März 2026

Über Robert Bosch GmbH Werk Blaichach/Immenstadt

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