Wie viele Mitarbeitende im Personalbereich braucht es für eine gute Arbeitsplatzkultur?

Mehrere Personen geben sich High Five

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Christina Gromov

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Obwohl der technische Fortschritt auch in der Personalarbeit längst angekommen ist und viele administrative Prozesse IT-gestützt ablaufen, bleit Personalarbeit ein People Business. Erwartungen an die Personaler steigen und gehen weit über administrative Tätigkeiten hinaus, um z.B. dem Fachkräftemangel zu begegnen, die Innovationskraft sowie die Rentention durch eine attraktive Arbeitsplatzkultur im Unternehmen zu fördern.

Wie viele Mitarbeitende im Personalbereich braucht es für eine gute Arbeitsplatzkultur?

Aber wie viele Mitarbeitende braucht ein Unternehmen im Personalbereich überhaupt, um gute Personalarbeit leisten zu können und die Mitarbeitenden angemessen zu betreuen? Und besonders interessant: Braucht es sogar mehr (Wo)Manpower, um ein attraktiver Arbeitgeber, also ein Great Place to Work, zu sein?

Eine Studie des ADP Research Institutes (2023) hat ergeben, dass im Durchschnitt auf 100 Mitarbeitende im Unternehmen insgesamt 2,6 Mitarbeitende in der HR-Abteilung kommen. Die HR-Mitarbeitenden-Quote – oder auch HR Staffing Ratio, d.h. die (Anzahl HR Mitarbeitende pro 100 Vollzeitmitarbeitenden – ist dabei um über 10 Prozent seit 2018 gestiegen, was die gestiegenen Anforderungen an die Personalabteilungen abbildet. Die Personalabteilung wird im Verhältnis zur Anzahl der Mitarbeitenden kleiner mit zunehmender Unternehmensgröße (APD 2023).

Wir haben auf der Basis uns vorliegender Daten ebenfalls die HR-Staffing Ratio ermittelt und kommen auf vergleichbare Werte. Was uns aber besonders wichtig ist: Es gibt es große Unterschiede zwischen Unternehmen. Unsere Daten zeigen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der HR-Mitarbeitenden-Quote und der Qualität der Arbeitsplatzkultur aus Sicht der Mitarbeitenden gibt.

Konkret werden bei Unternehmen, deren durchschnittliche Zustimmung in der Great Place To Work® Befragung (Trust Index) über 80% liegt, 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 2,6 HR Mitarbeitenden betreut. Mit einem entsprechenden Ergebnis in der Great Place To Work® Mitarbeiterbefragung zählt ein Unternehmen zu den 15 Prozent besten Unternehmen in Deutschland.

Bei Zustimmungswerten zwischen 65% und 80% liegt die HR-Mitarbeitenden-Quote bei 2,3. Unternehmen mit vergleichbaren Befragungsergebnissen erreichen in der Regel eine Great Place to Work(r) Zertifizierung und zählen zum obersten Drittel der Unternehmen in Deutschland, was die Qualität ihrer Arbeitsplatzkultur betrifft.

Bei kritischeren Mitarbeiterbefragungsergebnissen hingegen, die nicht für eine Great Place To Work® Zertifizierung ausreichen, liegt die HR-Mitarbeitenden-Quote nur bei 1,5.

Es ist sehr eindeutig: Ein Unternehmen, das ein Great Place To Work® zertifizierter Arbeitgeber werden möchte, braucht ein HR-Team, bei dem auf 40 Mitarbeitende eine HR-Kollegin bzw. Kollege kommt. Das ist gemessen an den vorliegenden Daten eine durchschnittlich HR-Staffing Ratio. Wer in Sachen Arbeitgeber nach Exzellenz strebt, braucht eine bessere Betreuungsquote für seine Mitarbeitenden. Eine im Verhältnis zur Belegschaft unterbesetzte HR-Abteilung, die womöglich in administrativen Aufgaben gebunden ist, hingegen wirkt sich negativ auf die Arbeitsplatzkultur aus.

Daraus lässt sich auch ableiten, dass ausgezeichnete Arbeitgeber stärker in die Personalbetreuung investieren als andere Unternehmen und dieser einen höheren Stellenwert beimessen. Vermutlich ist es die höhere Betreuungsqualität, die auf Grund größerer personeller Ressourcen in der Personalabteilung gewährleistet wird, die die gute Kultur im Unternehmen begünstigt.

Diagramm Trust Index und Unternehmensgröße

Abbildung 1: HR-Mitarbeitenden-Quote nach Unternehmensgröße und Trust Index

Ihre HR-Mannschaft ist genauso gut aufgestellt, wie die hier aufgezeigten Benchmarks? Sie haben Herausforderungen im Bereichen Gewinnung bzw. Bindung von Mitarbeitenden? Dann gibt es keine Ausreden! Zögern Sie also nicht länger, sondern setzten Sie in ihrer HR-Arbeit heute schon die richtigen Prioritäten. Von einer Great Place to Work Zertifizierung werden Sie profitieren.

Zur Datenbasis

Die Analyse basiert auf einem Datensatz aus den Wettbewerbsjahren 2020 bis 2024 der Great Place To Work® Benchmarkstudien. Berücksichtigt wurden alle Unternehmen, die im Rahmen Ihrer Teilnahme ein Culture Brief ausgefüllt und die entsprechenden Fragen beantwortet haben. Falls ein Unternehmen mehrfach teilgenommen hat, wurde jeweils die letzte Teilnahme für die Analyse verwendet. Dadurch ergaben sich 119955 Fälle aus 404 zu untersuchende Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Berücksichtigt wurden nur Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden.

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Wie viele HR-Mitarbeitende braucht ein Unternehmen für eine gute Arbeitsplatzkultur?

Laut der Analyse von Great Place to Work® liegt die durchschnittliche HR-Mitarbeitenden-Quote bei 2,6 HR-Mitarbeitenden pro 100 Beschäftigte in Unternehmen mit besonders hoher Arbeitsplatzkultur. Diese Unternehmen erreichen Zustimmungswerte von über 80 % im Trust Index und zählen zu den besten 15 % in Deutschland. Bei Unternehmen mit mittleren Zustimmungswerten (65–80 %) liegt die Quote bei 2,3, während sie bei weniger gut bewerteten Unternehmen nur bei 1,5 liegt. Das zeigt: Eine höhere HR-Personaldichte geht mit besserer Arbeitsplatzkultur einher.

Warum ist eine gut besetzte HR-Abteilung wichtig für die Arbeitsplatzkultur?

Eine gut besetzte HR-Abteilung kann sich intensiver um die Bedürfnisse der Mitarbeitenden kümmern und ist nicht ausschließlich mit administrativen Aufgaben ausgelastet. Das ermöglicht eine stärkere Fokussierung auf strategische Themen wie Mitarbeiterbindung, Kulturentwicklung und Innovationsförderung. Unternehmen, die mehr in HR investieren, schaffen bessere Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeitenden. Die höhere Betreuungsqualität wirkt sich direkt positiv auf die Arbeitsplatzkultur aus.

Wie verändert sich die HR-Mitarbeitenden-Quote mit der Unternehmensgröße?

Mit zunehmender Unternehmensgröße sinkt die relative Anzahl der HR-Mitarbeitenden – also die HR-Staffing Ratio. Das bedeutet, dass größere Unternehmen tendenziell weniger HR-Personal pro 100 Mitarbeitende beschäftigen. Dennoch zeigt die Analyse, dass eine gute Arbeitsplatzkultur unabhängig von der Unternehmensgröße möglich ist, wenn die HR-Abteilung ausreichend ausgestattet ist. Entscheidend ist also nicht die absolute Größe, sondern die Betreuungsqualität.

Was zeigt der Zusammenhang zwischen HR-Quote und die Ergebnisse in der Mitarbeiterbefragung?

Die Daten von Great Place to Work® zeigen einen klaren Zusammenhang: Je höher die HR-Mitarbeitenden-Quote, desto besser sind die Ergebnisse im Trust Index der Mitarbeiterbefragung. Unternehmen mit einer Quote von 2,6 erreichen besonders hohe Zustimmungswerte und gelten als exzellente Arbeitgeber. Das legt nahe, dass eine stärkere personelle Ausstattung im HR-Bereich die Wahrnehmung und das Vertrauen der Mitarbeitenden positiv beeinflusst. Gute Personalarbeit braucht also ausreichend Ressourcen.

Was können Unternehmen aus den Ergebnissen der Analyse ableiten?

Unternehmen, die eine starke Arbeitsplatzkultur entwickeln wollen, sollten ihre HR-Abteilung nicht unterbesetzen. Die Analyse zeigt, dass eine höhere HR-Quote mit besseren Befragungsergebnissen und höherer Arbeitgeberattraktivität einhergeht. Wer also in Sachen Arbeitgeberqualität nach Exzellenz strebt, muss in die Personalbetreuung investieren. Eine strategisch aufgestellte HR-Abteilung ist ein zentraler Hebel für Kultur, Bindung und Wettbewerbsfähigkeit.

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