Interview: Beste Arbeitgeber Frauen 2025
In einem exklusiven Interview mit Great Place To Work® spricht die Allianz darüber, wie sie ein Arbeitsumfeld schafft, in dem Frauen ihre Karriereziele verwirklichen können – von flexiblen Arbeitsmodellen über gezielte Förderprogramme bis hin zu einer inklusiven Unternehmenskultur.
Allianz*
*Allianz in Germany: dazu gehören Allianz SE, Allianz Lebensversicherungs-AG, Allianz Versicherungs-AG, Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (Innendienst), Allianz One Business Solution GmbH, Allianz Kunde und Markt GmbH, Allianz Trade (Euler Hermes), Allianz Commercial, Allianz Global Investors, Allianz Investment Management und Allianz Direct
Bettina Dietsche, Allianz Group Chief People and Culture Officer
1. Warum ist Ihr Unternehmen ein ausgezeichneter Arbeitgeber für Frauen?
Bitte lassen sie mich zu Beginn kurz anmerken, dass wir als Allianz für Chancengleichheit unserer gesamten Belegschaft einstehen und diese fördern. Wir legen Wert darauf, immer die besten Talente für die richtigen Positionen auszuwählen – ungeachtet von Geschlechtern oder sonstiger Charakteristiken.
Denn wir bei der Allianz sind stolz darauf, ein herausragender Arbeitgeber für all unsere Mitarbeitenden zu sein – unabhängig vom Geschlecht. Jede und jeder von ihnen bringt individuelle Stärken, Perspektiven und Talente ein – genau das macht uns als Unternehmen so erfolgreich. Wir fördern ein Arbeitsumfeld, in dem sowohl die Menschen als auch ihre Leistung zählen und bieten entsprechende Möglichkeiten, sich zu entfalten – von beruflicher Mobilität und persönlicher Entwicklung bis zu lebenslangen Lernmöglichkeiten. Wir motivieren dazu, einen gesunden Lebensstil zu führen, bieten flexible Arbeitszeiten und fördern insbesondere die berufliche Weiterentwicklung.
Bei der Flexibilität der Arbeitszeit sind wir als Arbeitgeber sehr gut aufgestellt und haben zahlreiche Angebote:
- Hybrides Arbeiten: Global bieten wir ein Minimum von 40% mobiler Arbeit – abhängig von lokalen Geschäftsanforderungen. In der Allianz Gruppe haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2024 durchschnittlich 54 % ihrer Arbeitszeit mobil gearbeitet. In den Einheiten des Allianz Deutschland Verbunds lag die Quote des mobilen Arbeitens 2024 durchschnittlich bei 64%.
- Job Sharing: Job Sharing ermöglicht Führungskräften die persönlichen und beruflichen Bedürfnisse zu vereinbaren. Job Sharing kommt bei unseren Führungskräften gut an und gewinnt zunehmend an Bedeutung: 2024 wurden im Rahmen unseres Lifecycle Management Modells mehr als 58 Job Sharing Tandems ins Leben gerufen.
- Wertkonten: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, über ein Allianz Wertkonto Vergütungsbestandteile anzusparen, um sich im Anschluss daraus eine Auszeit im Rahmen einer Freistellung zu Je nach Modell kann diese Zeit für eine Weiterbildung, eine Reise, für die Kinderbetreuung sowie für Pflegefälle genutzt werden oder als Instrument für eine ruhestandsnahe Freistellung. Im Allianz Deutschland Verbund bestanden Ende 2024 rund 2.930 Wertkonten.
- Teilzeit: Im Allianz Deutschland Verbund lag die Teilzeitquote bei 24 %.
Zur Weiterentwicklung führen wir zum Beispiel interne Veranstaltungen durch, mit denen wir auch Frauen ermutigen wollen, sich insbesondere im Technologiebereich weiterzuentwickeln. Als Mitglied im FidAR e.V. unterstützt die Allianz (in Persona mir) den Austausch zwischen weiblichen Allianz Führungskräften und einem starken Netzwerk von Frauen aus unterschiedlichen Unternehmen und Industrien.
44% unseres Allianz SE Vorstands ist weiblich besetzt, da müssen wir uns unter den DAX Unternehmen nun wirklich nicht verstecken! Das manager magazin hat unsere Vorständinnen erst neulich zu den 100 einflussreichsten Frauen in Deutschland gekürt! Darauf sind wir als Allianz und ich als Personalchefin natürlich besonders stolz.
Auch unser Aufsichtsrat besteht zu 42 % aus Frauen und repräsentiert fünf verschiedene Nationalitäten!
Bei uns wird Fairness großgeschrieben. Das heißt, dass bei vergleichbarer Funktion und Erfahrung gleich vergütet wird, unabhängig vom Geschlecht. Dazu führt die Allianz jährlich eine globale Überprüfung durch und unser Unternehmen wird zudem seit 2021 von EDGE entsprechend zertifiziert.
Als Allianz engagieren wir uns auch in der Initiative Chef:innensache, um die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern und sowohl Frauen als auch Männer in Führungspositionen zu stärken. Diese Initiative ist wichtig für uns, ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, und auch für unsere Personalentwicklung, da sie hilft, Barrieren abzubauen, Chancengleichheit zu fördern und eine Kultur der Zusammenarbeit und Innovation im Unternehmen zu unterstützen.
2. Welche konkreten Programme hat Ihr Unternehmen umgesetzt, um die Aufstiegschancen von Frauen in Führungspositionen zu stärken?
Bei der Allianz setzen wir uns konsequent und bereits seit vielen Jahren für Chancengleichheit ein. Wir sind überzeugt: Unser Erfolg hängt davon ab, die besten Talente aus einem vielfältigen Kandidatenpool zu gewinnen und langfristig zu binden. Denn unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven führen zu einer Vielzahl von Lösungsansätzen und damit zu mehr Innovation, größerer Kundennähe, höherer Resilienz, besseren Entscheidungen und letztlich zu besseren Geschäftsergebnissen – was natürlich auch im Sinn unserer Aktionärinnen und Aktionäre ist. Daher legen wir großen Wert auf einen fairen und unvoreingenommenen Rekrutierungsprozess, unterstützt durch KI-basierte Software, die z.B. inklusive Sprache in Stellenanzeigen prüft.
Uns ist eine weitsichtige Nachfolgeplanung sehr wichtig. Wir haben dazu umfassende Programme etabliert, um jederzeit die besten Talente zu fördern.
In den verschiedenen Allianz Unternehmen gibt es unterschiedliche Mentoringprogramme für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung suchen oder bereit sind, eine neue Führungsaufgabe zu übernehmen. Unsere Sponsoring-Initiative #s.heleads zum Beispiel widmet sich der Schaffung eines ausgewogenen Führungsumfelds. Das Programm bringt hoch talentierte weibliche und männliche Fachkräfte aus aller Welt mit erfahrenen Mentoren und Mentorinnen zusammen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen neue Kontakte vermitteln. Es umfasst Peer-Coaching und spezielle Inhaltsmodule.
In unserem globalen Mitarbeiternetzwerk für Geschlechtergleichstellung, Allianz NEO (mit über 18 lokalen Ortsgruppen, u.a. im Allianz Deutschland Verbund und der Allianz SE) haben sich zudem Kolleginnen und Kollegen zusammengeschlossen mit dem Ziel, den Dialog über Geschlechtergleichstellung zu fördern. Sie kommunizieren über wichtige Themen wie den Abbau von Geschlechterstereotypen oder zu hilfreichen Ressourcen.
3. Wie gestaltet Ihr Unternehmen den Wiedereinstieg von Frauen nach der Elternzeit?
Bei der Allianz liegt uns die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr am Herzen . Wir bieten dementsprechend ein umfangreiches Angebot für Mütter und Väter gleichermaßen. Uns ist wichtig, während der Elternzeit regelmäßig in Kontakt zu bleiben mit unseren Mitarbeitenden, um sie bestmöglich bei Wiedereintritt ins Berufsleben unterstützen zu können. Auch die große Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung hilft beim Wiedereinstieg. So bieten unsere Allianz Unternehmen in Deutschland Gleitzeit- und individuelle Teilzeitmodelle sowie die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Unser globaler Mindeststandard für flexibles Arbeiten bei der Allianz beinhaltet außerdem, dass alle – abhängig von lokalen Anforderungen der Unternehmenseinheiten – mindestens 40 Prozent ihrer Arbeitszeit außerhalb des Büros verbringen können, um eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Auch das unterstützt den Wiedereinstieg von Frauen nach der Elternzeit deutlich.
Auch die Kinderbetreuungseinrichtungen der Allianz, wie zum Beispiel unsere Blauen Zwerge, und die Unterstützung bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsangeboten helfen unseren Eltern und fördern die Gleichstellung der Geschlechter und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem bieten wir für Mitarbeiterkinder Ferienprogramme an. Wir unterstützen Eltern, die in den Beruf zurückkehren, zum Beispiel durch Coaching und stufenweise Rückkehrmöglichkeiten. Die Allianz unternimmt viel in dieser Richtung, etwa im Allianz Deutschland Verbund auch die Förderung von Jobsharing, sowohl für Fach- als auch für Führungspositionen, für weibliche und männliche Mitarbeitende.
Unser Netzwerk Allianz NEO in Deutschland hat für unsere Mitarbeitenden unter anderem eine Podcast Serie gemacht zum Thema Väter in Elternzeit.
Darüber hinaus bieten wir ein ElternCafé an. Das sind quartalsweise, virtuelle Treffen mit jeweils einem Schwerpunktthema für Eltern. Auch eine spezielle Microsoft Teams Gruppe „Working mums and dads“ ermöglicht den Austausch und gegenseitige Hilfe bei verschiedensten Themen. So arbeitet die Allianz in Deutschland beispielsweise an der Verbesserung ihres Family Services 2.0, der Familien dabei helfen soll, ihr Berufs- und Privatleben besser zu vereinbaren. Eine Funktion namens „Hey Nanny” hilft Mitarbeitenden, kurzfristig Babysitter oder Unterstützung für ihre Kinder in der Schule zu finden. Mehr als 800 unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Allianz Deutschland Verbund nutzen dieses Angebot.
Wir haben außerdem eine eigene Podcastserie mit zehn Folgen unter dem Titel „New Work New Care“, in der wir anhand anschaulicher Use Cases unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigen, wie die Allianz die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben fördert. Alle zehn Folgen sind übrigens auch extern zugänglich und wurden bislang 1.300 mal angehört.
Zudem bieten wir spezielle Gesundheitsangebote für Frauen und Männer an, wie Hormon-Yoga und Webinare zu Wechseljahren und Menstruationsbeschwerden. Unser Engagement für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde mit dem Corporate Health Award 2024 ausgezeichnet: Wir haben nicht nur das Gütesiegel erhalten, sondern auch den ersten Platz in der Versicherungsbranche belegt!
Ist das nicht wunderbar?!
4. Wie geht Ihr Unternehmen mit unbewussten Vorurteilen (Unconscious Bias) im Recruiting und bei Beförderungen um?
In der Allianz fördern wir eine inklusive Arbeitsumgebung und setzen uns aktiv dafür ein, dass Vorurteile abgebaut werden. Dazu gehört auch, dass all unseren Mitarbeitenden ein webbasiertes Training zum Thema „Unconscious Bias“ angeboten wird. Darüber hinaus bieten wir Diskussionsrunden und Workshops zum Thema #BreakTheBias an. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Wege aufzuzeigen, wie unsere Mitarbeitenden Vorurteile ansprechen können, ohne dabei konfrontativ zu werden.
Mit weiteren e-Learning-Angeboten zu inklusiver Sprache als Teil unseres globalen #learn Programms sensibilisieren wir unsere Führungskräfte, aber natürlich auch unsere Recruiterinnen und Recruiter, geschlechtsspezifische Ausdrücke in ihrer Kommunikation zu erkennen und durchgängig inklusive Sprachpraktiken anzuwenden.
Außerdem werden unsere Recruiter und Hiring Manager:innen bei der Erstellung von Stellenanzeigen sowie im Auswahlprozess von KI unterstützt, um Chancengleichheit und Gleichstellung zu gewährleisten. Unser Bewerbungsverfahren erfordert zum Beispiel nur sechs Dateneingaben, was die Einfachheit gewährleistet und mögliche Verzerrungen minimiert. Bewerberinnen und Bewerber haben außerdem die Möglichkeit, während des Auswahlverfahrens spezifische Unterstützung anzufordern. Im Jahr 2024 haben das 4 % bei unseren Bewerbungen in Anspruch genommen, woraufhin unsere Personalvermittler maßgeschneiderte Hilfe leisten konnten, um allen Bewerberinnen und Bewerbern eine faire Behandlung zu gewährleisten.
Wir haben im Juli 2025 außerdem ein neues Trainingsmodul in unserem Führungskräfte-Programm #lead („Smarter Choices, Stronger Teams: Leveraging the power of different backgrounds and perspectives“) gestartet. Damit wollen wir alle unsere Führungskräfte zum Thema Unconscious Bias in allen „Moments that Matter“ entlang des Mitarbeiterlebenszyklus sensibilisieren. Also zum Beispiel beim Recruiting, in der Talent-Entwicklung und so weiter.
5. Welche Maßnahmen hat Ihr Unternehmen zur Förderung der Frauengesundheit etabliert?
Die Allianz setzt sich ein für eine Kultur des Verständnisses, des Vertrauens und der gegenseitigen Unterstützung. Unser Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden wohlfühlen und ihr volles Potenzial entfalten können.
Vor diesem Hintergrund spielt das Thema Gesundheit eine herausragende Rolle. Als Zusatzleistung des Arbeitgebers bieten wir unseren Mitarbeitenden unter anderem bei der Allianz in Deutschland, Allianz SE und AGCS in Deutschland eine betriebliche Krankenversicherung an, die Vorsorgeuntersuchungen umfasst, welche auf die speziellen Bedürfnisse von Frauen und auch von Männern zugeschnitten sind.
Darüber hinaus offerieren wir Leistungen wie Sportkurse oder spezielle Unterstützung für Familien sowie Kolleginnen und Kollegen mit pflegebedürftigen Angehörigen.
Wir wollen ein offener Arbeitgeber für alle sein. Dazu zählt für uns auch, dass wir zum Beispiel Themen wie die Menopause und deren Auswirkungen in der Arbeitswelt aufgreifen und so für ein besseres Verständnis und Miteinander sorgen. Unser Engagement hat das Ziel, Gespräche über das Thema Menopause zu normalisieren, und alle dazu zu ermutigen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen. Zur Menopause und weiteren Themen aus der Frauengesundheit bieten wir im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements regelmäßig Impulsvorträge an, aktuell zum Beispiel zu zyklusbasierter Ernährung und Bewegung. Darüber hinaus sensibilisieren wir unsere Mitarbeitenden intern auch verstärkt für das Thema Brustkrebsvorsorge.
Ergänzend werden im Rahmen der Vorsorgeleistungen auch Impfungen unterstützt, die für Frauen in bestimmten Lebensphasen besonders relevant sein können – wie etwa HPV- oder MMR-Impfungen, die insbesondere für Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen werden. Unser Ansatz ist, durch Information und Sensibilisierung das körperliche und emotionale Wohlbefinden zu fördern.
Für die mentale Gesundheit bietet die Allianz global für über 98 % unserer Belegschaft rund um die Uhr Zugang zu psychologischer Unterstützung am Telefon, um Themen wie Stress, hormonelle Veränderungen oder frauenspezifische Gesundheitsfragen in einem geschützten Rahmen zu besprechen. Dieses Employee Assistance Program (EAP) ist darüber hinaus ein vertraulicher Unterstützungsdienst für alle Mitarbeitenden, der ihnen hilft, persönliche oder arbeitsbezogene Herausforderungen zu bewältigen. Es bietet Zugang zu professioneller Beratung und Ressourcen zu einer Vielzahl von Themen, einschließlich Stress, psychischer Gesundheit, Beziehungsproblemen, finanziellen Sorgen und anderen persönlichen Schwierigkeiten. Das EAP ist darauf ausgelegt, Orientierung, Unterstützung und praktische Lösungen zu bieten, um das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Auch auf unseren Gesundheitstagen, die jährlich von September bis Oktober an allen Standorten des Allianz Deutschland Verbunds stattfinden, ist das Thema Frauen- (und Männer-)gesundheit für das Jahr 2025 ein Fokusthema.
Informationsveranstaltungen zu Meno- und Andropause, erweiterte Krebsvorsorge, zyklusabhängige Symptome uvm. werden in kurzen, digitalen Wissens-Nuggets vermittelt mit dem Ziel, ein größeres Bewusstsein für geschlechtsspezifische Beschwerden zu schaffen.
Unser neuer „Menopause Hub“ im Intranet bietet zudem eine unterstützende Plattform, die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vielzahl kuratierter Ressourcen und Bildungsangebote bietet, einschließlich Podcasts und Zugang zu Selbsthilfegruppen.
